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 „temporäre Räume“

Seit ca. 2004 arbeite ich verstärkt in den Bereichen Konzeptkunst und LandArt

Die Klammer über beide Teilbereiche bildet die Annahme „temporärer Räume“ und die Absicht, diese seh-, hör- oder fühlbar zu machen.

Ein temporärer Raum ist eine vorübergehende, zeitlich begrenzte Struktur. Sie entsteht aus dem Nichts heraus und bedient sich der im realen Raum befindlichen Wahrnehmungseckpunkte, um letztendlich wieder vollständig und rückstandsfrei zu verschwinden.

Ausnahmslos jeder reale Ort birgt temporäre Räume.

Als Steinbildhauerin, die ich ursprünglich vom harten und nachhaltigen Material komme, fasziniert mich heute das gegenteilige Arbeiten des Aufbauens mit vergleichweise filigranen Medien. Wiederum entsteht eine Skulptur, bisweilen von beträchtlicher Größe und Raumdominanz. Anders als beim Stein, dessen Geschichte ihn per se auf Jahrtausende definiert, sind meine aktuellen Skulpturen für enge Zeitfenster konzipiert. Mit ihrem Abbau bleibt maximal die fotografische Dokumentation, das Werk selber löst sich auf.

„temporäre Räume: Verspinnungen“

Meine Medien/Werkstoffe sind in diesem Bereich der optischen Räume Elastomergarne, die in Form von Verspinnungen Zusammenhänge sichtbar machen, Raumschwerpunkte umdefinieren und in der Leere sichtbaren Raum vorübergehend entstehen lassen.

Mit Elastomeren werden Verspinnungen in Ecken, an Wänden, über Entfernungen, auf Böden usw. hergestellt, vereinzelt sind Kokons eingefügt.

An irgendeiner Stelle sitzt die aus Diabas gehauene Spinne.

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„temporäre Räume: Bambus“

Im Rahmen meines Konzeptes der „temporären Räume“ (Raum- und Klanginstallationen zur temporär begrenzten Darstellung ansonsten nicht wahrnehmbarer Räume): 

Ein Objekt konstruiert aus Bambusstäben, die Eckpunkte verankert mit Gummibändern.  Je nach vorgefundenem Ort – freie Fläche, eine Nische, höhlenartige Formation usw. – passe ich die vor Ort entstehende Plastik den Gegebenheiten formfolgend an.

Die Arbeit steht frei und trägt sich selbst, es bedarf keiner externen Befestigung. Die Arbeit kann als kleinere Ausführung basierend auf der Stablänge von ca. 30 cm entstehen oder auf der Basis von Stäben mit 100 cm Länge. Die Ausdehnung der Arbeit ergibt sich durch die Aneinanderreihung der Längen, so dass theoretisch auch recht große Objekte möglich sind.

  • Das fertige Objekt zeigt einen normalerweise unsichtbaren Raum/Raumausschnitt und macht ihn zugleich unzugänglich.
  • Das leichte Material lässt ein Arbeiten in großen Dimensionen bei gleichzeitiger Leichtigkeit und Transparenz des Objektes zu.
  • Die durch die Konstruktionsweise vorgegebenen Grundform ergeben eine zwar strenge geometrische Ordnung, zugleich jedoch eine gewisse Unübersichtlichkeit, ein „geordnetes Chaos“.

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„temporäre Räume: Klang“

„Einmal Babylon und zurück“ – Klanginstallation im QQ-Tec, Hilden

197 Staaten auf der Erde -  4 Milliarden Menschen -  Tausende von Sprachen, Dialekten, Zeichen.

Die Welt wird kleiner, wir rücken näher zusammen mit Menschen, die uns vor nicht allzu langer Zeit noch unerreichbar schienen. Kommunikation ist technisch perfekt machbar, Glasfaser, Satellit und High-Tech verknüpfen die entlegensten Winkel der Erde miteinander. Globalisierung nennt man das.  Die unsichtbaren Räume des Äthers quellen über von Stimmen, Zeichen und Geräuschen. Doch wir sind die Erben von Babylon:

Unsere persönliche Kommunikation beschränkt sich auf ein enges Umfeld, vielleicht sprechen wir die eine oder andere fremde Sprache, vielleicht beherrschen wir auch noch ein abstraktes Zeichensystem wie die Musik. Doch für die Kommunikation mit der Welt suchen wir wie eh und je den Schlüssel.

Mit den „Q-Codes“ führen wir die Sprachverwirrung zurück auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner: ein international gültiges, alle Sprachgrenzen überschreitendes Verständigungssystem aus dem Funkverkehr –lesbar, hörbar und zu schreiben – bringt uns – wenn auch nur in diesem thematischen Raum – „around the world“ und eröffnet uns konkrete und direkte Möglichkeiten der Kommunikation zwischen Menschen, die sich im richtigen Leben niemals begegnen würde, geschweige denn miteinander reden können.

Mit meiner audio-visuellen Rauminstallation im QQ-Tec verbinde ich folgende Gedanken: Ich mache Babylon hörbar. Stimmen, Geräusche, Musik, manchmal verständlich, manchmal ein nicht zu entzifferndes Gewirr. Nur ein Ausschnitt aus einer unsichtbaren Welt, die uns rund um die Uhr umgibt und in der sich Leben und Kultur der ganzen Erde dokumentieren. Technisch möglich durch die Nutzbarmachung von Wellen – eine Anknüpfung an die Sammlung historischer Radiogeräte im QQ-Tec.

Ich mache Babylon sichtbar. An den Wänden die Q-Codes als begrenztes, aber optimistisches Mittel, Menschen über Sprache wieder zusammen zu führen. 

Als Bildhauerin faszinieren mich Räume. Sichtbare, unsichtbare, konkrete und abstrakte. Ich versuche, sie anderen Menschen zu vermitteln. Sei es ganz haptisch in Stein oder eben wie hier über die Aktivierung anderer Sinne.

Fotografie

War die Fotografie zunächst lange Mittel zum Zweck der Dokumentation meiner Bildhauerarbeiten, ist sie mittlerweile selbstständige Arbeitsform. Auch hier interessiert mich weniger das naturalistische Abbild, als vielmehr das Um- und Erfassen von Räumen im weiteren Sinne.

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Bildhauerei

„So lieb ist der liebe Gott auch wieder nicht, daß er dem, der keinen Inhalt hat, die Form schenkt.“ (Alfred Hrdlicka)

Zuerst ist die Idee.

Dann vielleicht Skizzen, Modelle.

Die Auswahl des Materials.

Der Rohblock – ein Quader – technisch und unpersönlich.

Die grobe Form.

Die Detailgestaltung.

Die Oberflächenbearbeitung.

Ein zeitintensiver Prozeß.

Die Idee muss sich über einen langen Zeitraum als tragfähig erweisen.

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Zeichnung

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Für Bildhauer ist das Zeichnen so etwas wie die lebenslange Fingerübung.
Neben den klassischen Werkzeugen arbeite ich auch mit den Mitteln der Computertechnik.
Meine vielseitige Beschäftigung mit Japan findet Niederschlag in meinem zeichnerischen Werk.

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